Reismehlkäfer


Reismehlkäfer gehören zur Gruppe der Vorratsschädlinge und kommen bei uns häufig vor. Der Schaden durch Fraß und Verschmutzung ist oft sehr groß. Die enorme Vermehrung der Reismehlkäfer und ihre große Anpassungsfähigkeit haben sie zu den wichtigsten Mühlen- und Getreideschädlingen werden lassen.

Reismehlkäfer gehören zur Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae). Außer dem Amerikanischen Reismehlkäfer (Tribolium confusum) und dem Rotbraunen Reismehlkäfer (Tribolium castaneum) gibt es noch andere Arten, die sich jedoch alle sehr ähnlich sind. Daher gilt die nachfolgende Beschreibung des Amerikanischen Reismehlkäfers im wesentlichen auch für die anderen Arten. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der hauptsächlich vorkommenden Amerikanischen und Rotbraunen Reismehlkäfer sind die Fühler.

Aussehen

Käfer: 3 bis 6 mm lang, rost- bis dunkelbraun, unbehaart, länglich ovale Form, Deckflügel haben Längsreihen aus Punkten. Die letzten 4 bis 5 Glieder der Fühler werden beim Amerikanischen Reismehlkäfer allmählich größer. Beim Rotbraunen Reismehlkäfer, der in warmen Ländern besonders häufig ist, enden die Fühler in einer deutlich abgesetzten, dreiteiligen Keule aus größeren Gliedern.

Eier: 0,6 mm lang, eiförmig, weiß, glatt mit klebrigem Sekret überzogen (daran haften oft Partikel aus der Umgebung – deshalb schwer auffindbar).

Larven: Länge 1 bis 7 mm, anfangs weiß, später gelbbraun, dunkler Kopf, 6 Füße und 2 kurze, spitze und fleischige »Nachschieber« am neunten Hinterleibsring.

Puppen: Länge 3 – 4 mm, weiß, später gelblich, dann braun.

Entwicklung

Die Entwicklungsdauer ist abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Art der Nahrung. Ein Weibchen legt bei günstigen Verhältnissen bis zu 1.000 Eier ab; täglich 2 bis 18. Die Eier werden einzeln und wahllos im Nährsubstrat oder in dessen näherer Umgebung abgelegt. Die Eiruhe dauert 4 bis 30 Tage. Das Larvenstadium dauert 15 bis 98 Tage mit 5 bis 11 Häutungen. Die Verpuppung erfolgt im Nährsubstrat. Die Puppenruhe dauert 5 bis 22 Tage. Die Gesamtentwicklungsdauer beträgt 1 bis 4 Monate; die Lebensdauer als Käfer bis zu 3 ½ Jahre. Pro Jahr sind 2 bis 6 Generationen möglich. Günstigste Bedingungen sind eine Temperatur von 30 bis 35 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 75 %. Reismehlkäfer sind kälteempfindlich, unter + 14 °C findet keine Eiablage statt.

Nahrung

Reismehlkäfer leben in ihrem Nährsubstrat, d. h. meistens in Getreideprodukten aller Art: Mehl, Grieß, Kleie, Schrot, Grütze, Flocken, Teigwaren usw. Getreide wird i. d. R. nur befallen, wenn die Körner zuvor von anderen primären Getreideschädlingen (z. B. Kornkäfer) beschädigt wurden. Außerdem kommen in Frage: Hülsenfrüchte, Ölsaaten und -kuchen, Gewürze, Dörrobst, Nüsse, Schnupftabak, Kakaobohnen, Johannisbrot, Backpulver, faules Holz, tote Insekten etc.

Weltweit verbreitet

Befallenes Nährsubstrat – vor allem aber Mehl – bekommt bei starkem Befall einen scharfen bis dumpfen, karbolartigen Geruch. Mehl wird grau und unansehnlich; es verliert an Backfähigkeit. In Mühlen finden sich Reismehlkäfer in allen Maschinenteilen und sind dort nur schwer zu beseitigen. Reismehlkäfer sind diejenigen Schädlinge, die am meisten in verkauftem Mehl gefunden werden.

Vorkommen und Lebensweise

Reismehlkäfer, insbesondere der Rotbraune Reismehlkäfer, sind wenig flugfreudig. Die passive Verbreitung erfolgt fast ausschließlich durch Warenlieferungen. Täglich! Sie kommen dort vor, wo geeignetes Nährsubstrat vorhanden ist, d. h. hauptsächlich in Mühlen, Getreide- und Mehllagern, lebensmittellagernden und –verarbeitenden Betrieben, aber auch in Privathaushalten. Reismehlkäfer können nicht nur im Nährsubstrat leben, sondern ebenfalls in Ritzen, Fugen und Hohlräumen, von wo der Befall auf neu eingelagerte Ware übergeht.

Vorbeugung

Sauberhaltung der Maschinen, Transportelemente und Räume. Eingehende Waren kontrollieren. Durch Kühlhalten von Lager- und Fabrikationsräumen ist »Ausfrieren« im Winter möglich. Ritzen und Fugen mit anorganischem Material verschließen.

Bekämpfung

Befallene Waren sind nicht mehr verwertbar. Darum richten sich Bekämpfungsmaßnahmen gegen endemischen Befall in Räumen, Maschinen, Transporteinrichtungen usw. Zur Vermeidung unvertretbarer Rückstandsrisiken dürfen nur Biozide ohne Langzeitwirkung eingesetzt werden.

 

Bild- und Textquelle: Frowein